Nachbar in Not

Es sind oft die Schicksalsschläge in Familien, die selbst leidgeprüfte Sozialarbeiter immer wieder berühren. Zwar gibt es in Deutschland ein vergleichsweise dichtes Hilfenetz von Staat und Wohlfahrtsorganisationen, jedoch fallen regelmäßig Menschen durch die Maschen des Sozialsystems. Eben deshalb, weil ihre Notlage keiner „Norm“ entsprechen. Auch im Haller Land. Hier greift die Hilfsaktion „Nachbar in Not“ mit Spendengeldern aus der Bevölkerung – zehn Jahre lang als Aktion von Haller Tagblatt, Stadt und Wohlfahrtsorganisationen, seit 2008 als Unterstiftung der Bürgerstiftung.

Dabei geht es um Fälle wie diesen:
Eine Mutter leidet an einer chronischen Knochenkrankheit. Diese wird durch einen Autounfall, den sie als Beifahrerin hinnehmen muss, nochmals verschärft. Nun soll eine Schmerztherapie ihre nicht enden wollende Pein lindern. Das ganze Leben der Frau war bisher schon von Schicksalsschlägen gebeutelt: Ihr Ehemann verunglückte schon vor Jahren tödlich, ein Kind starb kurz nach der Geburt. Sie ist froh, dass sie jetzt noch eine große Tochter als Stütze hat. Regelmäßig arbeiten kann die Frau wegen der chronischen Krankheit nicht mehr, nach Abzug aller Ausgaben vom Arbeitslosengeld
bleiben ihr rund 300 Euro im Monat zum Leben. Dringend würde sie sich eine orthopädische Matratze gegen ihre Schmerzen wünschen. Aber die kostet mindestens 500 Euro und zahlt ihr niemand. Jetzt hat sie sich deshalb an „Nachbar in Not“ gewendet – mit dem Hinweis, dass sie sich auf jeden Fall 100 Euro dafür vom Munde absparen wolle. Hier hat die Hilfsaktion sofort geholfen, um wenigstens die schlimmsten Schmerzen zu lindern.

Mit vergleichbaren Notlagen beschäftigt sich „Nachbar in Not“ seit nun fast zwei Jahrzenhten. Bisher in rund 1.500 Fällen mit mehr als 300.000 Euro an Spendengeldern aus der Bevölkerung. Oft handelt es sich dabei um Hilfen in Familien, so dass die Zahl der konkret profitierenden Menschen mit Sicherheit schon deutlich über 3.000 liegt.

Für die Haller Bürgerstiftung war klar, ihr Profil der Hilfe vor allem im Kinder und Jugendbereich auch auf den Rand der Gesellschaft ausdehnen zu wollen. Deshalb spüren die Macher von „Nachbar in Not“ den positiven Rückenwind, der mit großem Interesse aus dem Stiftungsvorstand in die neue Unterstiftung herüberweht. Nun geht es darum, neben dem aktuellen Spendenaufkommen auch den Kapitalstock von „Nachbar in Not“ weiter aufzubauen, damit die Aktion auf unbestimmte Zeit handlungsfähig bleibt. Im Jahr werden durchschnittlich 15.000 Euro gebraucht, um Hilfen im Haller Land gezielt tätigen zu können. Spenden sind sehr willkommen.

VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim eG (BLZ 622 901 10), Konto 3200 000

Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim (BLZ 622 500 30), Konto 211 112